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February 13, 2026 15:01
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Aufbau Vol15no26 1July1949- Vol16no19 12May1950.pdf page 1
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| # AUFBAU | |
| ## RECONSTRUCTION | |
| **AN AMERICAN WEEKLY PUBLISHED IN NEW YORK** | |
| **by The New World Club, Inc., 209 West 48th Street, New York 19, N. Y. Phone: CIrcle 7-4462** | |
| *Entered as second-class matter January 20, 1934, at the Post Office New York, N. Y. under Act of March 3, 1879* | |
| **Vol. XV—No. 26 | NEW YORK, N. Y., FRIDAY, JULY 1, 1949 | Price 10¢** | |
| *** | |
| > **Zunächst in "Aufbau":** | |
| > # Europa heute | |
| > **Reiseberichte von ALFRED POLGAR** | |
| > | |
| > Wir freuen uns, unseren Lesern mitteilen zu können, dass Alfred Polgar eine neue Folge von Reisebriefen und Zeitbetrachtungen seinem Blatt zur Verfügung stellt, die er gegenwärtig auf einer Reise durch Europa sammelt. Polgar hofft, bald wieder für eine längere Zeit bis in den nächsten Herbst seinen Wohnsitz hierher zu verlegen. | |
| > | |
| > Ein Künstler ja wie er, wie dieser gewohnt ist, tiefer unter die Oberflächen dieser Zeitläufe zu gehen, dürfte nicht nur dankbar begrüßte Veröffentlichungen in einer Welt liefern, die nicht mehr die Welt ist, über die wir alle einst staunten. | |
| *** | |
| # Neue Gefahren in Deutschland | |
| ## "Unabhängige Deutsche" bilden einen neo-nazistischen Wählerverband | |
| **Von RÜDIGER VON WECHMAR** | |
| *Sonderberichterstatter des "Aufbau"* | |
| **Frankfurt am Main, Ende Juni.** Ein Kreis von 25 politisch nicht ganz unbeschriebenen Persönlichkeiten hat am vergangenen Wochenende in Bad Godesberg die "Bemühung" Westdeutschlands zur Aufstellung unabhängiger Kandidaten für die Bundestagswahl aufgenommen. Den Vorsitz dieser Versammlung "unabhängiger Deutscher" führte der Leiter des Hamburger Presseamtes, Regierungsrat Dr. Rudolf Dix. | |
| Sie kritisierte die Abänderung des Wahlgesetzes durch die Ministerpräsidenten und propagierte die Wahl unabhängiger Kandidaten, falls nicht noch vor dem Wahltermin "das freie Wahlrecht der deutschen Bürger wieder hergestellt wird". | |
| Die Gruppe wendet sich in ihrem Aufruf, der zugleich ihre politische Haltung umreißt, gegen die zurzeit bestehenden Parteien und fordert die "Beseitigung der Parteidiktatur mit dem Grundgesetz". Die deutsche Wirtschaft solle sich zu einem Berufsstand mit der Ehre aller derjenigen bekennen, die "pflichtgetreu für das Vaterland arbeiten". Ferner wird die sofortige Beendigung der Entnazifizierung verlangt. | |
| Der Gastgeber, die durch seine Bemühungen um die Bildung einer "nationalen Opposition" bekannt gewordene Joachim von Ostau, erklärte nach Abschluss der Tagung, dass auf dem Treffen keine neue politische Partei gegründet werden solle. Man wolle in den nächsten 14 Tagen weitere Persönlichkeiten zu dem Aufruf sammeln. Dieser soll den Besatzungsmächten und den westdeutschen Landeschefs mit dem Ersuchen übermittelt werden, das Wahlgesetz so abzuändern, dass auch Stimmen gleichberechtigt an die Bundeswahl teilnehmen können, die den heutigen Parteien ablehnend gegenüberstehen. Voraussichtlich werden in einzelnen Kreisen Wahlbündnisse zur Aufstellung unabhängiger Kandidaten gebildet. | |
| Mit diesen nüchternen Sätzen beschrieb ein Kabelbericht der Deutschen Nachrichten-Agentur eines der bedeutsamsten politischen Treffen der Nachkriegszeit in Westdeutschland. Die Berichterstattung in der deutschen Öffentlichkeit ist dürftig und vorsichtig. (Fortsetzung auf Seite 2) | |
| *** | |
| # 1776 — INDEPENDENCE DAY — 1949 | |
| <table> | |
| <tr> | |
| <th>Visueller Inhalt</th> | |
| <th>Beschreibung</th> | |
| </tr> | |
| <tr> | |
| <td><b>Oberes Bild</b></td> | |
| <td>Ein historisches Gemälde, das die Präsentation des Entwurfs der Unabhängigkeitserklärung vor dem Kontinentalkongress darstellt.</td> | |
| </tr> | |
| <tr> | |
| <td><b>Mittleres Bild</b></td> | |
| <td>Eine Reproduktion des handschriftlichen Textes der Unabhängigkeitserklärung mit den Signaturen der Gründerväter (z. B. John Hancock).</td> | |
| </tr> | |
| <tr> | |
| <td><b>Unteres Bild</b></td> | |
| <td>Eine historische Ansicht der Independence Hall in Philadelphia.</td> | |
| </tr> | |
| </table> | |
| **Heute vor 173 Jahren wurde die Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten unterzeichnet. In der Mitte die Signaturen der Gründerväter und unten das Gebäude der Unterzeichnung in Philadelphia, so wie sie vor 150 Jahren nach einem historischen Bild aussah.** | |
| *** | |
| # Wie es dazu kam... | |
| **m. g.** In der Stellung Deutschlands in der Welt hat in den letzten Wochen eine entscheidende Wendung eingetreten. Es ist keine plötzliche Besserung, die hat sich erfreulicherweise eine lange Zeit vorbereitet. Beschleunigt wurde sie durch die Ergebnisse der Außenministerkonferenz in Paris, durch die den Deutschen klar wurde, dass in absehbarer Zeit von Seiten der Alliierten an keine politische Einheit zwischen West und Ost in Deutschland zu denken sei. In Deutschland selbst hat das her eine Wirkung haben müssen: die Verstärkung derjenigen Kräfte, die mit dem Programm der "Selbsthilfe" ihre politische Arbeit betreiben. | |
| Im Osten ist dieses Schlagwort das reine Echo aus einem an sich natürlichen und patriotischen Gefühl allein. Immer eine Wahl gewohnt, um Anhängern des Westens den Mund zu stopfen und gleichzeitig den im Westen selbst wohnenden Deutschen ein sie verbindendes Ziel zu präsentieren. In den Westzonen musste das Ergebnis der Pariser Konferenz verbunden mit der Durchführung der Selbständigkeitstendenzen den Deutschen Gebieten und ihrer Zusammenfassung zu einer eigenstaatlichen Einheit für alle die Urheber neuen Wind in den Segeln bedeuten, die ihre Gestaltungskraft für eine Prägung der neuen nationalsozialistischen, wenn auch noch getarnten Form, nach wie vor anstellen. | |
| Was auch nur kurze Zeit in Deutschland gewesen ist, hat leicht feststellen können, dass diese neuen Deutschnationalen und Nationalsozialistischen Elemente vor allem einen Bundesgenossen von beträchtlicher Kraft und Stärke haben: die zwölf Millionen Flüchtlinge, die den Vorrat eines weltgrauen, rechtlosen und zu allem bereiten Neu-Volkstums bilden. | |
| Die Stimmung gegen die westlichen Alliierten im Osten, die von der russischen Okkupationsmacht bewusst mit nationalistischen Gesichtspunkten beimpft wird, hat nun im Westen durch eine neue deutsche Partei ihre Parallele gefunden. Die Partei beschäftigt sich vorläufig nur mit der Erörterung der deutschen Wahlreformen auf innerpolitischem Gebiet. Außenpolitisch hält sie sich bezeichnenderweise völlig zurück. Aber schon heute kann man die Ergebnisse als ein Geschehen von unabsehbaren Folgen buchen. | |
| Wie sich das unerwartete nationalistische Kraftspiel in Deutschland auswirken wird, steht dahin. Der russischen Seite kann diese Entwicklung nur angenehm und willkommen sein. Der westlichen Seite zeigt sie, dass diese drauf und dran ist, derart rapide an Einfluss zu verlieren, dass es nicht übertrieben ist, wenn man die eben von unserem Korrespondenten behandelte Konferenz von Godesberg als ein echtes Alarm- und Warnzeichen deutet. | |
| *** | |
| # Israels strategische Schlüsselstellung | |
| ## Ein Interview mit Captain Liddell Hart — Von R. Del Conte | |
| **London, im Juni.** | |
| "Die militärische Lage im Osten hat sich infolge des jüdisch-arabischen Krieges grundlegend geändert", erklärte Captain Liddell Hart im Laufe des Interviews. "Wie die Dinge jetzt stehen, kann Israel als starker Flankenschutz für das Mittelmeer angesehen werden. Kein Land im Nahen Osten hat heute eine so starke Lage übergeben können. Ich halte das erst vor kurzem geborene Israel für wahrscheinlich das am besten organisierte Land im Nahen Osten. Hier haben wir eine kleine, kriegsstarke Armee mit erstklassiger Erfahrung und anderen wertvollen Eigenschaften. Es wäre richtig, eine neue Möglichkeit auszunutzen. Ich halte es für einen glücklichen Umstand, dass England in Israel einen mächtigen und erprobten Verbündeten hat." | |
| ### Lob der Neutralität | |
| Hinsichtlich des Wunsches von Israel, die Neutralität wahren zu wollen, meinte Captain Hart: "Ich kann diese Haltung durchaus verstehen und sympathisiere mit ihr. Nebenbei gesagt, der Wert dieses neutralen Staates ist viel grösser, als man im allgemeinen annimmt." | |
| Das erwähnte Netz könnte ausgezeichneter Stützpunkt im Falle des Falles sein und die Allianz für Israel hat für die schwedische Neutralität eine ganz verwandte Parallele zwischen diesen neutralen Staaten als achtenswerte und einzuordnendes bereit als zusätzliche Streitkräfte in einem zukünftigen, möglichen Konflikt zu nutzen. "Genau das wollte ich sagen", erwiderte Captain Hart. | |
| "Man darf natürlich nicht vergessen, dass die Gefahr einer Neutralität darin besteht, dass ein Land zuerst überrannt werden kann und erst später befreit werden muss; wenigstens doch, wenn es nicht lange genug Widerstand leisten kann, bis Hilfe kommt. Eine improvisierte Beistand kann niemals ebenso wirksam sein, wie eine Hilfeleistung, die vorbereitet wurde und darum zu rechter Zeit eingesetzt wird. Im allgemeinen kann man sagen, so lange Israel sich im Inneren zur Verteidigung rüstet und während dieser Zeit der Neutralität wahren, werden beide Länder voneinander einen Nutzen davontragen. Erst wenn sich Israel entscheidet, dass sie ihre Waffen niemals zugunsten der Angreifer und vorher verteidigen werden, wenn sie von Osten angegriffen werden sollten." | |
| ### Der Einfluss ebengleichen | |
| Der sehr weise, schloss Captain Liddell Hart damit das Resümee im Laufe der Vertreibung eines Packs Vorurteile ab. Aber dieser englische Geist, der Einfluss ein Höherer, unter dessen Einfluss er steht, hat einen ganz anderen Beruf. Selbst wenn man es nicht wissen sollte, |
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