Skip to content

Instantly share code, notes, and snippets.

@SeverinAlexB
Last active February 10, 2026 19:43
Show Gist options
  • Select an option

  • Save SeverinAlexB/190a1e69abd7a9a7cbbe9bc3345465c6 to your computer and use it in GitHub Desktop.

Select an option

Save SeverinAlexB/190a1e69abd7a9a7cbbe9bc3345465c6 to your computer and use it in GitHub Desktop.
Argumente fuer Zuwanderungsbeschraenkung

Argumente fuer Zuwanderungsbeschraenkung

Recherche vom 10. Februar 2026. Quellen: BFS-Statistiken, Medienberichte, parlamentarische Vorstoesse (OpenParlData).

Executive Summary

Sieben Hauptargumentationslinien stuetzen die Forderung nach einer Begrenzung der Zuwanderung in die Schweiz. Jede Linie wird mit Fakten und parlamentarischen Belegen dokumentiert.

# Argument Staerkstes Faktum
1 Bevoelkerungswachstum 9 Mio. 2024, 10 Mio./2040
2 Wohnungsnot Leerwohnungsziffer 0,1% ZH
3 Fachkraeftemangel NZZ: Zuwanderung verstaerkt
4 Sozialkosten 57,3% Sozialhilfe = Auslaender
5 Kriminalitaet 57,7% StGB-Beschuldigte ausl.
6 Infrastruktur Wohnareal +44% seit 1985
7 Personenfreizuegigkeit Versprochen 10k, real 80k+

1. Bevoelkerungswachstum & 10-Millionen-Grenze

Fakten

  • Die staendige Wohnbevoelkerung erreichte Ende 2024 9'048'900 Personen (+1,0%, +86'600) 1.
  • Der Auslaenderanteil betraegt 27,4% 1.
  • Der Wanderungssaldo 2024 lag bei 87'100 1 — bei einem Gesamtwachstum von 86'600, da der Geburtenueberschuss nur 6'200 betrug (niedrigster seit 1918) 1. Rechnerisch ist das Wachstum damit zu ueber 100% migrationsbedingt.
  • Die Geburtenrate sank auf ein Rekordtief von 1,29 Kindern/Frau (2024), dritter Rueckgang in Folge 2.
  • BFS-Referenzszenario: 10 Mio. bis 2040, 10,5 Mio. bis 2055. Ab 2035 ist das Wachstum ausschliesslich migrationsbedingt 3 4 5.
  • Wanderungssaldo 2023: 139'100 (Rekordjahr, Ukraine-Effekt) 6.

Parlamentarische Belege

  • Postulat 24.4038 "Herausforderungen einer 10-Millionen-Schweiz" (Sep 2024, CHE) — an Bundesrat ueberwiesen 7.
  • Interpellation 23.3932 "Eine 10-Millionen-Schweiz eher morgen als uebermorgen?" (Jun 2023, CHE) — "Zuwanderung seit 2002 um 1,4 Mio. zugenommen" 8.
  • Interpellation 21.4119 "Auswirkungen einer Zehn-Millionen-Schweiz" (Sep 2021, CHE) — "438'000 Personen mehr ein- als ausgewandert seit 2014" 9.

2. Wohnungsnot & Mietpreise

Fakten

  • Die Leerwohnungsziffer liegt bei exakt 1,00% schweizweit; in 15 von 26 Kantonen liegt sie unter 1% (BFS spricht bei <1,5% von Mangel) 11.
  • Zuerich: 0,1% — 235 leere Wohnungen in der ganzen Stadt 12.
  • Mietpreisanstieg 2024: +4,5% (staerkster seit 20 Jahren) 13.
  • Prognose: +3-5% jaehrlich in den kommenden Jahren 14.
  • Betrifft nicht mehr nur Grossstaedte, sondern auch Agglomerationen und touristische Regionen 15.

Parlamentarische Belege

  • Fragestunde 25.7198 "Staatliche Regulierung bei der Wohnungsvergabe statt Begrenzung der masslosen Zuwanderung" (Maerz 2025, CHE) 16.
  • Interpellation 22.4058 "Einwanderung, Umwelt, Siedlungsflaeche" (Sep 2022, CHE) 17.

3. Selbstverstaerkender Fachkraeftemangel

Fakten

  • NZZ-Kernthese (Siegenthaler, ETH): Zuwanderung lindert den Fachkraeftemangel kurzfristig, erzeugt aber gleichzeitig neuen. Ein gut qualifizierter Zuwanderer zieht 1-2 weitere nach (Wohnraum, Kinderbetreuung, Aerzte, Busfahrer etc.) 18.
  • UZH Fachkraeftemangel-Index 2025: Rueckgang um 22% gegenueber Vorjahr — nicht durch mehr Zuwanderung, sondern durch Konjunkturflaute 19.
  • IWP-Studie (Uni Luzern): "Die oft angefuehrte Argumentation, Zuwanderer haetten vorwiegend Stellen besetzt, fuer die Fachkraeftemangel herrschte, greift zu kurz" 20.
  • Gesundheitsberufe bleiben an der Spitze des Fachkraeftemangel-Rankings — ein Bereich, der direkt mit Bevoelkerungswachstum korreliert 21.
  • SRF berichtet, dass die Konjunkturflaute den Fachkraeftemangel 2025 deutlich entspannt hat 22.

Parlamentarische Belege

  • Interpellation 25.3564 "Zuwanderung steuern trotz Personenfreizuegigkeit" (Jun 2025, CHE) — Schweizer Bevoelkerung "seit 1950 fast verdoppelt" 23.
  • Interpellation 25.4168 Post/Swisscom verlagern IT-Arbeitsplaetze ins Ausland trotz "Fachkraeftemangel" (Sep 2025, CHE) 24.
  • Interpellation 25.3226 "Zuwanderung 2024 — soziale und wirtschaftliche Folgen" (Maerz 2025, CHE) 25.

4. Sozialkosten & Sozialhilfe

Fakten

  • Auslaenderanteil an der Bevoelkerung: 27,4% (2024) 1 26.
  • Auslaenderanteil an Sozialhilfebeziehenden: 57,3% (BL 2024) 27.
  • Sozialhilfequote: Auslaender 5,5% vs. Schweizer 1,4% (BL 2024) — Faktor ~4x 27.
  • ~133'000 Personen im Asylprozess 28.
  • Sozialhilfequote der vorlaeufig Aufgenommenen (VA/VAFL): ~68-70% 29.

Parlamentarische Belege

  • Interpellation 25.4871 "Auswirkungen der Zuwanderung auf die Sozial(versicherungs-)werke" (Dez 2025, CHE) 30.

5. Kriminalitaet

Fakten (PKS 2024)

  • Total Straftaten (StGB) 2024: 563'633 (+7,9% gegenueber Vorjahr) 31 32.
  • Anteil auslaendischer Beschuldigter an allen StGB-Delikten: 57,7% (bei 27,4% Bevoelkerungsanteil) 33.
  • Anteil auslaendischer Beschuldigter bei Gewaltdelikten: 59,4% 33.
  • Aufschluesselung aller StGB-Beschuldigten: 42,3% Schweizer, 31,4% Auslaender mit Aufenthaltstitel, 6,7% Asylbevoelkerung, 19,6% uebrige Auslaender 31.
  • Kanton St. Gallen: Auslaenderanteil Beschuldigte bei ~59% 34.
  • Kanton Zuerich: "Bevoelkerungswachstum und anhaltend starke Migrationsstroeme spiegeln sich in der Kriminalstatistik" 35.

Parlamentarische Belege

  • Interpellation 25.3564 "Zuwanderung steuern trotz Personenfreizuegigkeit" (Jun 2025, CHE) 23.

Wichtige Nuance

Die ueberproportionale Vertretung hat multiple Ursachen: Altersstruktur (junge Maenner sind statistisch krimineller, unabhaengig von Herkunft), soziooekonomischer Status, und die Tatsache, dass Asylsuchende fuer Delikte erfasst werden, die nur sie begehen koennen (Verstoss gegen Auslaender- und Integrationsgesetz, AIG). Ohne AIG-Delikte sinkt der Auslaenderanteil deutlich 36.


6. Infrastruktur & Umwelt

Fakten

  • Chancenbarometer 2024: Bevoelkerung bewertet Zuwanderungs-Auswirkungen auf Infrastruktur, Wohnen und Umwelt negativ; wirtschaftliche und kulturelle positiv 37 38.
  • Wohnareal (nicht Gesamtsiedlungsflaeche) +44% (1985-2009); die Gesamtsiedlungsflaeche stieg im selben Zeitraum um +23,4% 39.
  • Kulturlandverlust in allen Kantonen (Tessin: -16,1% des urspruenglichen Bestands) 40.
  • IWP (2024): "Kosten und Nutzen der Zuwanderung — etwa fuer Infrastruktur, Wohnungsknappheit und Umweltbelastungen — bislang kaum quantifiziert" 41 42.
  • Verkehr: Bundesratsbericht Nov 2025 warnt, es werde "eine Herausforderung, mit dem Bevoelkerungswachstum ausreichende Verkehrskapazitaeten sicherzustellen" 43.

Parlamentarische Belege

  • Interpellation 25.3537 "Nachbesserung der Schutzklausel — unkontrollierte Zuwanderung hat starke negative Auswirkungen auf die Umwelt" (Jun 2025, CHE) 44.
  • Interpellation 22.4058 "Einwanderung, Umwelt, Siedlungsflaeche" (Sep 2022, CHE) 17.
  • Postulat 25.4276 "Kosten und Nutzen der Migration fuer die Schweiz" (Sep 2025, CHE) — an Bundesrat ueberwiesen 45.

7. EU-Personenfreizuegigkeit & Schutzklausel

Fakten

  • Vor der PFZ-Abstimmung (2000) versprach der Bundesrat max. 10'000 Nettozuwanderer/Jahr 46 47.
  • Tatsaechliche Nettozuwanderung: 80'000-139'000 pro Jahr (8-14x hoeher) 48.
  • Art. 121a BV (Masseneinwanderungsinitiative, angenommen 2014) wurde nie vollstaendig umgesetzt 49 50.
  • Neue Schutzklausel (EU-Verhandlungen 2025): Aktivierung erfordert Nachweis "schwerwiegender wirtschaftlicher oder sozialer Probleme" — Kritiker halten dies fuer praktisch unmoeglich 51 52.

Parlamentarische Belege (8+ Vorstoesse 2025)

  • Interpellation 25.4063 "Vereinbarkeit der Schutzklausel mit EuGH-Rechtsprechung" (Sep 2025, CHE) 53.
  • Interpellation 25.3633 "Verstoss gegen Art. 121a BV" (Jun 2025, CHE) 54.
  • Fragestunde 25.7575 "Nachweis schwerer Probleme unmoeglich" (Jun 2025, CHE) 55.
  • Interpellation 25.3564 "Zuwanderung steuern trotz PFZ" (Jun 2025, CHE) 23.
  • Interpellation 25.3537/25.3538 Schutzklausel-Grenzwerte und Umweltauswirkungen (Jun 2025, CHE) 44.
  • Motion 24.4322 "Volkswillen achten — Art. 121a umsetzen" (Dez 2024, CHE) 56.
  • Interpellation 23.3434 zur Nicht-Umsetzung von Art. 121a BV 50.

Nuancen & Gegenargumente

Die oben dokumentierten Argumente sind real und datengestuetzt, aber in mehreren Faellen komplexer als dargestellt:

Gesundheitskosten

Bevoelkerungswachstum erklaert ~1/3 des Kostenwachstums im Gesundheitswesen 57. Aber Zuwanderer zahlen auch Praemien — die Pro-Kopf-Kosten steigen durch Alterung und neue Therapien, nicht primaer durch Migration.

Kriminalitaet

Der 57,7%-Anteil (alle StGB-Delikte) bzw. 59,4% (Gewaltdelikte) sinkt deutlich, wenn man AIG-Delikte (Auslaender- und Integrationsgesetz), Altersstruktur und soziooekonomischen Status herausrechnet 36. Junge Maenner mit tiefem Einkommen sind statistisch krimineller — unabhaengig von der Herkunft.

Fachkraeftemangel

Der selbstverstaerkende Effekt ist real 18, aber ohne Zuwanderung wuerde die Schweizer Wirtschaft schrumpfen (Geburtenrate 1,29) 2. Das Problem ist nicht Zuwanderung an sich, sondern deren Steuerung.

Zersiedelung

Siedlungsflaeche pro Kopf ist nur um +5% gestiegen (387 auf 407 m2) 58 — der grosse Flaechenverbrauch erklaert sich also teilweise durch veraenderte Lebensstile (mehr m2/Person), nicht nur durch Bevoelkerungswachstum. Die Wohnflaeche wuchs mit +44% doppelt so schnell wie die Bevoelkerung (+17,5%) 59.


Datenquellen-Uebersicht

Statistik

  • BFS: Bevoelkerungsstatistik, Szenarien 2025-2055
  • BFS: Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) 2024
  • BL: Sozialhilfestatistik 2024
  • SKOS: Grundlagenpapiere Sozialhilfe
  • UZH: Stellenmarkt-Monitor / Fachkraeftemangel-Index
  • IWP Uni Luzern: Arbeitsmigration-Studie

Parlamentarische Vorstoesse

  • OpenParlData API (api.openparldata.ch)
  • Zeitraum: 2021-2026, Ebenen: Bund + Kantone

Quellen

Sign up for free to join this conversation on GitHub. Already have an account? Sign in to comment